Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg–Berlin

Bauabschnitt Forchheim-Eggolsheim

Der Bauabschnitt Forchheim-Eggolsheim ist Teil der Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld (VDE 8.1). Auf dem 13,6 Kilometer langen Planungsabschnitt wird die bestehende zweigleisige, elektrifizierte Strecke auf vier Gleise erweitert. Auf zwei Gleisen werden Geschwindigkeiten bis 230 km/h möglich sein. Die beiden anderen Gleise sind für 160 km/h ausgelegt und werden weiterhin für den Regional- und S-Bahn-Verkehr genutzt.

Für alle diese Projekte werden Flächen benötigt. Der Flächenbedarf von Bahnstrecken liegt übrigens bei einem Drittel einer Autobahn. In den drei Gemeindebereichen werden an wenigen Stellen unvermeidbare Eingriffe in Privat- und Gewerbegrundstücke sowie der Abbruch von Wohngebäuden, Nebengebäuden, gewerblich genutzten Gebäude nötig sein. Der viergleisigen Ausbau der Bahnanlagen benötigt eine minimale Verbreiterung – in Eggolsheim, Altendorf, Hirschaid erfolgt der Anbau auf der Ostseite, in Strullendorf, infolge vorhandener Bebauung auf der Westseite.

 

Zahlen und Fakten

Bauabschnittslänge 13,6 km
Geschwindigkeit auf Bestandsstrecke bis zu 160 km/h
Geschwindigkeit auf Ausbaustrecke  bis zu 230 km/h
Eisenbahnbrücken 12
Straßen-, Wege-, Fußgängerbrücken 15
Rückbau von Bahnübergängen 3
Bahnhof Forchheim neuer Spurplan und Bahnsteige
Bahnhof Eggolsheim-Süd Neubau Überholbahnhof
Haltepunkte Kehrsbach, Eggolsheim Neubau mit Mittelbahnsteig
Schallschutzwände und –wälle entlang 9 km Strecke
Elektronische Stellwerke (ESTW) Kersbach und Eggolsheim
Kabelkanäle (techn. Ausrüstung, Entwässerung) gesamte Streckenlänge

Eisenbahnbrücken

Eisenbahnüberführung über die BAB 73 (3D-Simulation: DB AG)
Eisenbahnüberführung über die BAB 73 (3D-Simulation: DB AG)

Insgesamt werden 15 Eisenbahnbrücken erneuert. Die markan- testen Bauwerke sind zwei Bogenbrücken über die Autobahn A 73, nördlich von Forchheim.

Straßenbrücken

Straßenüberführung der Kreisstraße Fo17, „Piastenbrücke“, Teilerneuerung durch stützenlose Stabbogenkonstruktion
Straßenüberführung der Kreisstraße Fo17, „Piastenbrücke“, Teilerneuerung durch stützenlose Stabbogenkonstruktion (3D-Simulation: DB AG)

Zwölf Straßen-, Wege- und Fußgängerbrücken werden nachgerüstet oder entstehen neu, unter anderem die „Piastenbrücke“ in Forchheim (Kreisstraße Fo17). Eine Stabbogenbrücke ersetzt die Spannbetonbrücke, um im Bereich der neuen Gleise Baufreiheit herzustellen.

Bahnhöfe und Haltepunkte
Überholbahnhof Eggolsheim-Süd

Es entsteht der Bahnhof Eggolsheim-Süd, an dem die Strecke um zwei Überholgleise erweitert wird. Er hat die Funktion eines Überholbahnhofs. Züge können auf den zusätzlichen Gleisen zeitweise abgestellt werden, um beispielsweise einem schnellen Expresszug das Überholen eines langesamen Güterzug zu ermöglichen. Solche Überholbahnhöfe sind zirka alle 20 Kilometer an der Aus- und Neubaustrecke vorgesehen.

Bahnhof Forchheim

Hauptbahnhof Forchheim Bilckrichtung Süd
Hauptbahnhof Forchheim Blickrichtung Süd - Neuer Spurplan für Regionalbahn (weiß), S-Bahn (grün) und Schnellbahn (rot) (Visualisierung: DB AG)

Aufgrund der Anforderungen entsteht in Forchheim ein komplett neue Gleisanordnung mit insgesamt acht Gleisen. Lediglich das bereits im Jahr 2010 wieder hergestellte Gleis 1 verbleibt. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr wird auf zwei eigenen Gleisen geführt, die nicht an den Bahnsteigen entlang führen. Der S-Bahn- und Regionalbahnverkehr (Regionalexpress in Richtung Nürnberg, Regionalexpress in Richtung Bamberg und Nebenbahn nach Ebermannstadt) werden an drei Bahnsteigen geführt. Die Bahnsteige werden mit einer neuen Fußgängerunterführung, die auch eine vorhandene, die Bahnanlage kreuzende, städtische Unterführung ersetzt, verbunden. Mit Aufzugsanlagen sind die Bahnsteige barrierefrei erschlossen. Für S-Bahnen wird ein Wendegleis vorgesehen

Haltepunkte

Haltepunkt Eggolsheim mit Unterführung
Haltepunkt Eggolsheim mit Unterführung (3D-Simulation: DB AG)

Die vorhandenen Haltepunkte Kersbach und Eggolsheim entstehen neu. Sie erhalten Mittelbahnsteige, an denen die S-Bahnen halten. Der Zugang ist über Treppe und Aufzug möglich. Die beiden Gleise für den Hochgeschwindigkeitsverkehr werden außen geführt.

Rückbau von Bahnübergängen

Nach dem Ausbau wird es entlang des Streckenabschnitts keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben. Zwei Übergänge von Feld- und Waldwegen werden beseitigt. Der Übergang Bahnhofstraße in Eggolsheim-Neuses wird durch eine Unterführung ersetzt, die von Radfahrern und Fußgängern und als Zugang zum Bahnsteig genutzt werden kann. Der KfZ-Verkehr wird über die nahe gelegene Kreisstraße (Fo4) geleitet.

Bahnbau und Umwelt

Sandmagerrasen im Streckenabschnitt
Sandmagerrasen im Streckenabschnitt (Foto: DB AG)

Durch den Bau einer Bahntrasse sind Eingriffe in Natur und Landschaft zwar unvermeidlich, sie können aber gemindert oder ausgeglichen werden. Wenn Verluste an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen nicht vor Ort zu kompensieren sind, werden sie an anderer Stelle gleichwertig ersetzt.

In einem Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) werden alle Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleismaßnahmen dokumentiert. Die Maßnahmen werden mit den Umweltbehörden abgestimmt.

Die Beeinträchtigungen summieren sich im Planungsabschnitt auf eine Fläche von rund 56 Hektar, die auf einer Fläche von rund 59 Hektar ausgeglichen werden. Vor dem Streckenausbau werden Maßnahmen zum Artenschutz durchgeführt. Unter anderem erhält die Zauneidechse neue Lebensräume, für Amphibien werden neue Laichgebiete geschaffen. Bäume werden vor einer Rodung einzeln untersucht, ob sie von Fledermäusen bewohnt werden. Im Einzelfall können Baumteile mit Quartieren an geeignete Stellen umgesiedelt werden. Desweiteren wird die Trasse begrünt. Die Bahn bringt zur Minderung von Fremdflächenbedarf bereits erworbene Flächen in das Ausgleichskonzept ein.

Oberbau

Prinzipdarstellung einer viergleisig ausgebauten Bahnstrecke
Prinzipdarstellung einer viergleisig ausgebauten Bahnstrecke (Grafik: DB AG)

Im gesamten Streckenabschnitt wird die Oberbauform auf Betonschwellengleis im Schotterbett vorgesehen.

Technische Ausrüstung

Die Strecke wird mit modernster Technik ausgerüstet, unter anderem wird die Oberleitungsanlagen komplett erneuert. Im Bereich von Forchheim wird auch die parallel der Strecke verlaufenden Bahnenergieleitung erneuert.

Die Trasse wird komplett auf elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) umgerüstet. Stellwerksgebäude sind in Kersbach und Eggolsheim vorgesehen. Die Stellwerke in Forchheim und Eggolsheim gehen außer Betrieb.

Bauarbeiten

Nach Abschluß des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt (PFA) 18/19. Der Beginnen der bauvorbereitenden Maßnahmen ist im Jahr 2015 geplant. Für 2016 ist der Baubeginn für den viergleisigen Ausbau zwischen dem Bereich Baiersdorf (PFA 17) und dem Bf Forchheim vorgesehen. Mit der Fertigstellung dieses Abschnitts folgt ab 2019 der Ausbau zwischen Bf Forchheim und Eggolsheim. Es sind fünf Bauphasen geplant, die insgesamt acht Jahre dauern. Die Arbeiten sind sehr anspruchsvoll, da sie „unter rollendem Rad“, das heißt bei laufendem Zugverkehr erfolgen. Ein Warnsystem signalisiert den Arbeitern, wenn Züge vorbeifahren. Da in den Nachtstunden bedeutend weniger Verkehr auf der Strecke ist, können bestimmte nicht lärmintensive Arbeiten auch in diese Zeit verlagert werden. Außerdem wird es auf der Strecke zu Sperrungen des Zugverkehrs in der Nacht und am Wochenende kommen. Gelegentlich werden auch Totalsperrungen nicht zu vermeiden sein.

Dann wird den Fahrgästen ein Schienenersatzverkehr angeboten. Die Baustellen werden überwiegend über das bestehende Straßennetz angefahren. Es werden aber auch Baustraßen errichtet, die nach Beendigung der Arbeiten zurückgebaut werden. Auch entlang des entstehenden Bahnkörpers wird eine Baustraße zum Transport von Baumaterial genutzt.

Rettungskonzept

Parallel zur Bahntrasse entstehen Rettungswege und Zugänge, um im Ereignisfall Fahrgäste und Zugpersonal evakuieren zu können bzw. Rettungskräften an jeder Stelle der Strecke Zugang zu gewähren.


nach oben ^

Bahn in Europa: Stärken – Verbinden

Was wir konkret tun und welche Ziele wir dabei folgen, erfahren Sie hier:
www.bahn-fuer-europa.de

Das Projekt VDE8 wird gefördert durch: