Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg – Berlin

Streckenbau im Bahnknoten Leipzig

Der Streckenbau im 2. Bauabschnitt

Für den gesamten Umbaubereich wurden Baugrundgutachten erstellt.

Der Baugrund besteht unter dem Gleisschotter aus verschieden mächtigen bindigen Auffüllungen in weicher bis steifer Konsistenz bzw. rolligen Auffüllungen in lockerer bis mitteldichter Lagerung. Die Beschreibung der Bodenverhältnisse wurde durch bodenphysikalische Laborversuche untersetzt.

Für alle umzubauenden Gleise und Weichen ist eine neue Entwässerungsanlage erforderlich. Die vorhandenen Tiefenentwässerungen können durch die geplanten Spurplan- und Gradientenänderungen nicht weiter genutzt werden. Dass Wasser aus Entwässerungsanlagen des Bahnkörpers soll vorzugsweise durch Versickerung in den natürlichen Wasserhaushalt zurückgegeben werden.

In Bereichen, in denen eine direkte Versickerung des Oberflächenwassers nicht möglich ist, werden Versickerungsbecken errichtet. Im gesamten Planungsbereich bilden das Grundwasser und das kommunale Abwassernetz die Vorflut. In einzelnen Bereichen versickert das Regenwasser über parallel zu den Gleisen verlaufende rohrlose Entwässerungsgräben. Die zwei vorhandenen Versickerungsanlagen im westlichen Bereich Leipzig Hbf werden im Zuge des Bauabschnitts nicht verändert (Becken 3a, Strecke 6396 km 4,7+57,00) bzw. zurück gebaut (Becken 3b, Strecke 6396 km 4,9+00,00). Darüber hinaus wird im Entwässerungsabschnitt 5 ein Regenrückhaltebecken errichtet.

Folgende Baufreiheitsmaßnahmen werden im Umbauabschnitt realisiert:

  • Baugelände freimachen
  • im Baufeld liegende Entwässerungsanlagen beräumen
  • Kabeltrassen aus dem Baufeld versetzen
  • Rückbau Kabeltrassen
  • Kabel sichern bzw. umverlegen

Der Streckenbau im 1. Bauabschnitt:
Umbauarbeiten im Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes Leipzig

Gleisvorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs
Gleisvorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs (Foto: DB AG)

Mit der der Einbindung der VDE 8.2/8.3 in den Knoten Leipzig ergeben sich notwendige Umbaumaßnahmen im gesamten Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes Leipzig. Das betrifft den Rück-, Um- und Neubau von Gleisanlagen sowie Betriebsanlagen. Hier eine Übersicht, wie die Gleise im Vorfeld des Bahnhofes verlegt werden:

(Graphic: DB AG)

Im Zentralbereich des Hauptbahnhofs Leipzig werden die Gleise 10 bis 15 so verlängert, dass an den Gleisen 10/11 Bahnsteige mit einer Regellänge von 370 Meter und an den Gleisen 12 bis 15 mit 420 Meter Regellänge gebaut werden können. Bei der Bemessung der Gleis-/Bahnsteiglänge an den Gleisen 12 bis 15 wurden die erforderlichen Mehrlängen für das Flügeln von Zügen sowie die bestellten Zuglängen von 415 Meter berücksichtigt. Die Bahnsteige 10/11, 12/13, 14/15 in Leipzig Hbf werden entsprechend der bestellten Regellängen hergestellt. Für den Bahnsteig 10/11 beträgt die Regellänge 370 Meter. Der jetzige Außenbahnsteig 10a entfällt ersatzlos. Die beiden anderen Bahnsteige werden mit der Bestelllänge von 420 Meter gebaut. Die Bahnsteige 10 bis 15 werden ab Querbahnsteig mit einer Höhe von 76 Zentimeter über Schienenoberkante gebaut.

Die Bahnsteige werden in konventioneller Betonbauweise (Betonfertigteilkanten mit Hinterfüllung) ausgebildet. In die neuen Oberflächen wird das Leitsystem für Blinde und Sehschwache eingebracht. Ebenso wird das Wegeleitsystem und die Bahnsteigausstattung erweitert bzw. angepasst.

Mit der Umsetzung des vorliegenden Spurplanes unter Berücksichtigung der Forderungen aus der Aufgabenstellung einschließlich der gewünschten Zielzustände ergeben sich umfangreiche Umbaumaßnahmen im Bereich des Bf Leipzig Hbf. Dabei werden neben dem Um- und Neubau von Gleisanlagen umfangreiche Rückbaumaßnahmen in den Gleisanlagen sowohl spurplanbedingt als auch im Rahmen von Baufreiheitsmaßnahmen erforderlich.

Ein weiterer großer Umbaubereich wird die Ausfahrt Richtung Dresden. Querten die Züge des Fernverkehrs noch bis September 2013 durch einen alten Verkehrstunnel das Gleisvorfeld, um die Strecke Richtung Dresden zu erreichen, wird dieser nun verfüllt und die Dresdener Strecke in einer 14-tägigen Totalsperrung im September 2014 „nach oben“ verlegt.

Für den Neubau sowie für die Erneuerung und Auswechslung von Gleisen und Weichen wird grundsätzlich Regeloberbau gemäß Richtlinie (Ril) 820.2010 „Ausrüstungsstandard Schotteroberbau“ vorgesehen, d.h. die neuen Gleise werden vorwiegend in der Oberbauart W 14K–54–B bzw. W 14K–60–B aufgebaut. Die neu einzubauenden Weichen werden als S54-Weichen bzw. UIC 60-Weichen mit Betonunterschwellung eingebaut. In schwach belasteten Gleisen werden Weichen der Schienenform S49 vorgesehen. Die Schienenform UIC 60 wird voraussichtlich nur in den Gleisen und Weichen der Strecken 5919 (NBS) und 6411 (ABS) eingebaut bis ca. Höhe Haltepunkt Theresienstraße und auch eventuell in den Gleisen der Strecke 6363. Im gesamten Umbaubereich wird die Bettung vollkommen erneuert. Dabei ist die Verwendung von aufgearbeitetem Schotter (Altschotter) in Gleisen und Weichen im gesamten Umbaubereich zugelassen. Im Umbaubereich wird bei allen Strecken der Regelquerschnitt hergestellt.


Kürzelerklärungen

W 14K-54-B:
W: Bezeichung für eine Art, die Schiene auf der Schwelle zu befestigen
14K: Bezeichnung für eine bestimmte Winkelführungsplatte
54: Die montierte Schiene ist eine S54, das heißt, das Material wiegt etwa
54 Kilogramm pro laufendem Meter.
B: Die Schiene wird auf einer Betonschwelle montiert.

W 14K–60–B 70–1667:
W: Bezeichung für eine Art, die Schiene auf der Schwelle zu befestigen
14K: Bezeichnung für eine bestimmte Winkelführungsplatte
60: Die montierte Schiene ist eine UIC60, das heißt, das Material wiegt etwa 60 Kilogramm pro laufendem Meter.
B: Die Schiene wird auf einer Betonschwelle montiert.

Schienenform S49: Gewicht pro laufendem Meter etwa 49 Kilogramm.

Strecke 5919 (NBS): Neubaustrecke Richtung Erfurt
Strecke 6411 (ABS): Ausbaustrecke Richtung Berlin
Strecke 6363: Strecke Richtung Dresden


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