Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg – Berlin

Die Ausrüstung am Bahnknoten Erfurt

Die Eisenbahnsicherungstechnik spielt im gesamten Baugeschehen im Knoten Erfurt eine sehr wichtige und entscheidende Rolle. Die Eisenbahnsicherungstechnik dient, wie aus dem Wort abgeleitet werden kann, der Sicherung des Eisenbahnbetriebes. Sie gewährleistet , das Reisende und Güter sicher über das Schienennetz der Deutschen Bahn befördert werden.

(Foto: DB AG)

Die Maßnahmen an der Eisenbahnsicherungstechnik im Rahmen der gesamten Umbaus Im Knoten Erfurt zieht sich wie ein roter Faden durch alle Baustufen. Sie hatten begonnen mit der Inbetriebnahme des elektronisches Stellwerks (ESTW) 1999 und werden Ende 2017 beendet mit der Inbetriebnahme der zweigleisigen Neubaustrecke der VDE 8.1, Ebensfeld - Erfurt, die im westlichen Bahnhofskopf parallel zur dreigleisigen Bestandsstrecke im Abschnitt Erfurt - Erfurt -Bischleben einmünden wird. Die sicherungstechnischen Maßnahmen sind Vorlaufmaßnahmen und schaffen überhaupt erst die technischen Voraussetzungen für die eigentlichen baulichen Maßnahmen.

Vor der Inbetriebnahme des ESTW gab es im Knoten Erfurt 16 verschiedene Stellwerke mit den unterschiedlichsten Techniken (mechanische, elektromechanische und Relais-Stellwerkstechnik), die teilweise bereits abgerissen wurden. Alle Stellwerke wurden benötigt, um im großen Knotenbahnhof Erfurt den Eisenbahnbetrieb abwickeln zu können.

Ein komplexer Bahnhofsumbau, um die Voraussetzungen für die Ein- und Durchbindung der beiden Neubaustrecken VDE 8.1 und 8.2 (Leipzig / Halle - Erfurt) zu schaffen, wäre unter Beibehaltung der Vielzahl an Stellwerken mit den unterschiedlichsten Stellwerkstechniken sehr aufwendig und unwirtschaftlich gewesen. Aus diesem Grund entschloss sich die Deutsche Bahn ein ESTW zu bauen, von dem aus der gesamte umzubauende Bereich gesteuert und die sicherungstechnischen Bauzustände realisiert werden sollten.

Von den 16 Stellwerken verblieben nach der Inbetriebnahme des ESTW nur noch 5 Stellwerke in alter Technik, die aber nicht mehr an der Bildung von Zugfahrstraßen - gesicherte Fahrwege für Reise- und Güterzüge - beteiligt werden.

Bis zum Jahr 2003 war das ESTW ein zentrales Stellwerk mit einer Bedienung vor Ort. In dem selben Jahr wurde die Bedienung der Weichen und Signale durch die Fahrdienstleiter - durch die Größe des Bahnhofs gab es drei - in die Betriebszentrale nach Leipzig verlegt. Seit dem wird der Knoten Erfurt durch die Betriebszentrale in Leipzig ferngesteuert. Damit wurde auch der Grundstein für die künftige Fernsteuerung der beiden Neubaustrecken, die durch den Knoten Erfurt geführt werden, gelegt.


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