Bahnbau und Umwelt
Im öffentlich-rechtlichen Planfeststellungsverfahren hat sich für die Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt die Variante der kürzesten Verbindung durch den Thüringer Wald durchgesetzt.
Trockenmagerrasen / kleine Darstellungen: Fledermaushöhlen (Fotos: DB AG)
Die Streckenführung dieser Variante wurde im Hinblick auf die Trassierung, den Höhenverlauf (Gradiente) und die Ausbildung der Brücken und Dämme optimiert. Die zahlreichen Tunnel der Strecke ermöglichen neben der Einhaltung bestimmter Mindestradien sowie der Begrenzung der maximalen Streckenneigung auch die Vermeidung von Eingriffen in die unterfahrenen Naturräume. Durch zusätzliche Absenkung der Strecke an mehreren Stellen und die Verlängerung von Tunnelstrecken konnten weitere wertvolle Biotope weitgehend unbeeinflusst gelassen werden.
Die Brücken der Strecke überqueren die Täler mit der technisch größtmöglichen Länge und möglichst weit gespanntem Bogen, um die Beeinträchtigung und die Zerschneidungswirkung so gering wie möglich zu halten. So wird die Grümpentalbrücke nach ihrer Fertigstellung zusammen mit der Talbrücke Froschgrundsee eine der am weitesten gespannten Eisenbahn-Betonbogenbrücken Europas sein. Ebenso werden der Baustellenverkehr und die Massentransporte überwiegend auf eigens anzulegenden Baustraßen außerhalb der Ortschaften geführt, so dass Ortsdurchfahrten vermieden werden.
Die gesamte Baudurchführung wird in allen Bauabschnitten von einer ökologischen Bauüberwachung begleitet, die im Auftrag der DB ProjektBau die baubegleitenden Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen durchsetzt.
Alle verbleibenden Eingriffe in Naturhaushalt und Landschaftsbild werden durch die zum Vorhaben gehörenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen naturschutzfachlich kompensiert. Dazu werden auf rund über 1000 Hektar Fläche Hecken und Gehölze angepflanzt, Fichtenforste zu Laubmischwäldern umgebaut oder Extensivgrünland und Bergwiesen gepflegt. Auf ausgewählten Einzelflächen werden darüber hinaus auch spezielle Maßnahmen wie die Herstellung von Grünland durch Heumulch- oder Heudruschansaaten und die Einrichtung von Quartieren für Vögel und Fledermäuse durchgeführt.
Zum Beispiel blühen im Umfeld des Tunnels Augustaburg in den bereits fertig gestellten Streckenabschnitten westlich von Erfurt so genannte autochthone Pflanzen. Das Saatgut dieser Pflanzen wurde mit einem aufwendigen Verfahren auf speziellen Flächen in Thüringen gewonnen und entspricht damit genetisch der einheimischen Flora.
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