Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg–Berlin

Telekommunikationstechnik

Die Telekommunikationstechnik ist elementarer Bestandteil des Systems Eisenbahn. Durch die zentrale Steuerung müssen zahlreiche Informationen über teils sehr weite Entfernungen sicher übertragen werden. Damit beim Ausfall eines Kabels die Verfügbarkeit der Anlage erhalten bleibt, werden die Lichtwellenleiter-Streckenkabel beidseitig, d. h. redundant, neben dem Bahnkörper verlegt. Kupferkabel werden nur einseitig verlegt. Der Vorteil der Lichtwellenleiter liegt einerseits in der ungleich höheren Übertragungsrate als Kupfer sie bieten kann und andererseits in dem Umstand, dass alle Verbindungen, die über einen Lichtwellenleiter abgewickelt werden, überwacht werden. Wird ein Funktionsausfall eines Lichtwellenleiters festgestellt, können seine Verbindungen über einen alternativen Weg geleitet werden.

Generell verbindet die Telekommunikationstechnik sämtliche Außenanlagen untereinander und mit der Betriebszentrale. Zu den Außenanlagen gehören die elektronischen Stellwerke, Basisstationen des GSM-R-Funksystems, Unterwerke usw. Im Tunnel muss außerdem sichergestellt werden, dass die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ihr Funksystem nutzen können.

Zahlen und Fakten

Heißläuferortungsanlagen:20 Anlagen an 9 Standorten
GSM-R:Maste: 9 Stk. (Höhe: 15 - 25 m)
Antennen im Tunnel: 20 Stk.
Inbetriebnahme:2015

GSM-R

Das auf der Strecke des VDE 8.2 eingesetzte Zugfunksystem heißt – wie auch auf vielen anderen Strecken Deutschlands – GSM-R. Angelehnt an das öffentliche GSM-(Handy-)Netz wurde dieses System speziell für die Anforderungen der Eisenbahnen angepasst. Neu in diesem Projekt ist, dass mittels GSM-R Fahraufträge und weitere wichtige Informationen des europäischen Zugsicherungssystems ETCS zwischen Fahrzeug und Strecke ausgetauscht werden. Damit wird eine sichere Zugsteuerung ohne ortsfeste Signale ermöglicht. Um eine lückenlose Funkversorgung der Strecke sicher zu stellen, werden in bestimmten Abständen Basisstationen mit Antennen installiert. Auch für die Versorgung im Tunnel kommen Antennen zum Einsatz.

Heißläuferortungsanlagen

Ebenfalls dem Gewerk Telekommunikationstechnik werden solche Anlagen zugeordnet, die der Detektion von heiß gelaufenen Achsen und Bremsen dienen. In diesem Fall muss der Zug schnellstmöglich abgestellt, untersucht und repariert werden. Ein kleineres Schalthaus in Höhe der eigentlichen Heißläuferortungsanlage am Rand der Strecke nimmt die Elemente der Stromversorgung, Auswerteeinrichtung, Modem etc. auf. Die Information über einen Zug mit Heißläufer wird via Meldeanlagensystem an die Betriebszentrale übermittelt, von wo aus der Zug dann angehalten wird.

Meldeanlagensystem

Das Meldeanlagensystem bietet die Möglichkeit vielfältige Meldungen und Befehle zu verarbeiten und an zentrale Stellen zu übermitteln – z. B. an die Betriebszentrale. Tunnelnotrufe, Einbruch- und Brandmeldungen werden damit ebenso übertragen, wie Störungen an der Stromversorgung, der Weichenheizung und anderen Anlagen. Mit dem Meldeanlagensystem wird ein schnelles und gezieltes Eingreifen von Instandhaltern, Rettungskräften usw. ermöglicht.


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Bahn in Europa: Stärken – Verbinden

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