20.09.2011:
Zwischen Ilmenau und Erfurt wird die Bahntrasse zur Eisenbahnstrecke
Erster Neubau-Abschnitt des Projektes Nürnberg–Berlin (VDE8) erhält einen Oberbau mit Fester Fahrbahn
Am Dienstag präsentierten die Deutsche Bahn und die beauftragte Baufirma, wie die rohbaufertige neue Bahntrasse zwischen Ilmenau und Erfurt mit einer modernen Fahrbahn ausgerüstet wird. Herkömmliche Strecken verfügen über ein Gleisrost mit Schwellen, das in Schotter gebettet ist. Die auf der Neubaustrecke eingesetzte Feste Fahrbahn besteht dagegen aus Betonelementen, auf denen die Schienen millimetergenau befestigt werden. Diese Konstruktion ist auch bei den vorgesehenen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h äußerst stabil und wartungsarm. Zuvor mussten hier etwa 1250 Oberleitungsmaste für die zweigleisige elektrifizierte Strecke aufgestellt werden.
Erläutert wurde die Vorführung vor zahlreichen Kommunalpolitikern und politische Mandatsträger der Region vom Gesamtprojektleiter des Projektes VDE 8 Nürnberg-Berlin, Olaf Drescher, sowie von Spezialisten der bauausführenden Firma.
Mit der Ausrüstung auf einem 32,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ilmenau und Erfurt tritt der Baufortschritt des Verkehrs-Projektes Nürnberg-Berlin (VDE8) in eine neue Phase. Dieser Bauabschnitt parallel zur Autobahn A71 enthält 3 Tunnel und 8 Talbrücken, Dämme sowie Geländeeinschnitte, die im Rohbau bereits fertig gestellt sind. Nun nimmt die Trasse hier erstmals die Konturen einer kompletten Eisenbahnstrecke an. Die Einzelinvestition für die Bauetappe beträgt etwa 110 Millionen Euro.
Die insgesamt 230 Kilometer langen Neubaustrecken Ebensfeld–Erfurt und Erfurt-Leipzig/Halle sind derzeit komplett im Bau. Der letzte von 25 Tunneln wird Ende September nahe Coburg angeschlagen. Auch für den Bau einer Festen Fahrbahn zwischen Erfurt und Leipzig/Halle laufen die Vorbereitungen. Der Auftrag ist vergeben.
Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin. Finanziert wird sie vom Bund, der Europäischen Union und der Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Über 5 Milliarden Euro sind bereits investiert. Der Personen- und Güterverkehr erhält im transeuropäischen Netz eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug. Ziel ist u. a. eine Reisezeit von vier Stunden von München nach Berlin.
Foto 1: Die einzeln und speziell nach den jeweiligen Streckenparametern vorgefertigten Elemente der Festen Fahrbahn werden schnell und exakt verlegt.
Foto 2: Der gesamte Verlegekomplex
Foto 3: Jürgen Sell (l.) und Frank Haubold von der sächsischen Verlegemannschaft imTunnel Augustaburg. Hier erreicht die Neubaustrecke bei Erfurt-Bischleben das Bestandsnetz zur einbindung in den Bahnknoten Erfurt.






