21.07.2011:
Durchschlag des Tunnels Reitersberg vorfristig trotz komplizierter Geologie
Einer der anspruchsvollsten Tunnel schneller als geplant durch den Berg getrieben • Rüdiger Grube: „Strecke hat zentrale Bedeutung für die DB“
Mit einer traditionellen Zeremonie wurde am Donnerstag der Durchschlag des 2.975 Meter langen Tunnels Reitersberg im Landkreis Coburg begangen. Die Tunnelbauer hatten sich von Süden und Norden her in den Berg vorgearbeitet.
Vor Ort beglückwünschten Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, und die Tunnelpatin Marga Beckstein die Projektbeteiligten zum Erfolg.
Rüdiger Grube: „Die rasche Folge von Tunnelanschlägen und -durchschlägen zeigt, wie schnell das Projekt fortschreitet. Es hat zentrale strategische Bedeutung für die DB und wird die Verkehrsentwicklung in den kommenden Jahren wesentlich zugunsten der Schiene beeinflussen.“
Mit dem Durchschlag ist einer der geologisch anspruchsvollsten Tunnel im 500-Kilometer-Projekt der Aus- und Neubauverbindung Nürnberg–Ebensfeld–Erfurt–Leipzig/Halle–Berlin etwa ein halbes Jahr vor dem geplanten Termin aufgefahren worden. Beim Tunnelbau wurden geologische Störungszonen und Abschnitte mit geringer Überdeckung, also mit wenigen Metern zwischen der Tunneldecke und dem darüber liegenden Gelände, mit großem fachlichen Können überwunden.
Das gesamte Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle–Berlin, davon sind 230 Kilometer Neubaustrecke. Hier befinden sich bereits 24 der 25 Tunnel in der Phase des Vortriebs oder des Ausbaus. Inbetriebnahme ist 2017. Gegenwärtig sind auf den Baustellen des Projektes in Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt etwa 4.500 Menschen beschäftigt.
Finanziert wird das Projekt vom Bund, der Europäischen Union und der Bahn. Die Investition beträgt etwa zehn Milliarden Euro. Die Einzelinvestition in den Tunnel Reitersberg liegt bei rund 100 Millionen Euro. Die Fahrzeit von München nach Berlin wird sich auf etwa vier Stunden verringern. Damit wird der Personen- und Güterverkehr auf der Schiene eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug.
Foto1: Mit eindrucksvoller Zeremonie
Foto2: Mit Glückwünschen an Tunnelpatin Marga Beckstein von Dr. Rüdiger Grübe
Foto3: Mit flottem Spruch zum vorfristigen Durchschlag






