10.06.2011:
Biotoppflege im Tennenloher Forst bei Erlangen durch das Bahn-Großprojekt Nürnberg-Berlin (VDE8) unterstützt
Auf einer Veranstaltung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken stellte der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, Dr. Marcus Söder, vor Ort die Erweiterung eines Umweltprojektes vor, das im Zuge der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg-Berlin unterstützt wird. Ein bestehendes Gehege für Urwildpferde (Przewalski-Pferde) im Naturschutzgebiet "Tennenloher Forst" bei Erlangen wurde um 35 Hektar auf jetzt 85 Hektar vergrößert. Die neuen Beweidungs-Areale liegen im Bereich von ökologisch wertvollen Sandmagerrasen eines ehemaligen militärischen Übungsgeländes. Mit der Beweidung dieser Flächen wird ein Vordringen der Vegetation verhindert und der artenreiche Lebensraum vor einer Verbuschung geschützt. Gebaut wurde eine 3,6 Kilometer lange Zauntrasse aus Holz, die entlang von Besucherwegen als parallel verlaufende Zäune mit etwa fünf Metern Abstand zueinander ausgeführt ist. Der elektrische Weidezaun innerhalb des Hauptzaunes wird über eine Solareinrichtung mit Strom versorgt. Eine neue Fußwegbrücke verbindet die Besucherwege des alten mit dem des neuen Areals. Vor Baubeginn mussten Spezialisten die zuvor reichlich aufgespürten Munitionsfunde beseitigen. Partner bei der Verwirklichung des Erweiterungsprojektes waren u. a. die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit Bundesforst, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Erlangen-Höchstadt, der Landschaftspflegeverband Mittelfranken und seine Gebietsbetreuung NSG Tennenloher Forst.
Die landschaftspflegerische Maßnahme, die aus dem Bahnprojekt heraus finanziert wurde, hat etwa 250.000 Euro gekostet. Der Hintergrund: Die 500 Kilometer lange Eisenbahn-Aus- und Neubaustrecke Nürnberg-Berlin, Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.8 (VDE8), ist mit unvermeidlichen Eingriffen in den Naturraum und das Landschaftsbild verbunden. Diese Eingriffe werden nach einem landschaftspflegerischen Konzept ausgeglichen bzw. ersetzt. Sie sind wichtiger Bestandteil des Bauprojektes.
Vorzugsweise werden dabei regional vorhandene Umweltvorhaben in Abstimmung mit den örtlichen Behörden und Organisationen aufgegriffen und unterstützt. Für den Ausbauabschnitt Erlangen bestehen weitere Umweltvorhaben, die auf regionalen Planungen basieren und aus dem Projekt heraus finanziert werden sollen. Im Gesamtprojekt Nürnberg-Berlin (VDE8) werden über 4.000 Hektar Fläche ökologisch aufgewertet. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht nach Fertigstellung eine Reisezeit von München nach Berlin in 4 Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr.
Foto1: Großes Interesse im und am neuen Gehege
Foto2: Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstifung Umwelt, Marcus Söder, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit und Gerhard Wägemann, Landschaftspflegeverband Mittelfranken, präsentieren auf dem ehemaligen Kugelfangwall das neue Areal
Foto3: Mit einer Tafel informiert die Bahn über ihren Anteil am Gemeinschaftsprojekt






