Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg – Berlin

Abschnitt Hallstadt–Ebensfeld

Das Projekt

(Video: DB AG)

Anbindung Neubaustrecke an Ausbaustrecke

Zwischen Hallstadt und Ebensfeld wird die bestehende zweigleisige Strecke auf vier Gleise erweitert. Der 22 Kilometer lange Planungsabschnitt (18 Kilometer Ausbaustrecke + 4 Kilometer Neubaustrecke) ist der nördlichste Teil der in Nürnberg beginnenden Ausbaustrecke, der hinter Ebensfeld, am Tunnel Eierberge, an die Neubaustrecke nach Erfurt angebunden wird. Ein Großteil der Arbeiten soll im Jahr 2017 abgeschlossen sein.
Von den vier Gleisen gehören zwei zu der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg–Erfurt (VDE 8.1) - auf ihr werden Geschwindigkeiten zwischen 200 und 280 km/h möglich sein. Die beiden anderen Gleise gehören zur schon bestehenden Trasse Bamberg–Hof. Sie ist auf 160 km/h ausgelegt. Diese Strecke wurde 1846 als Bestandteil der sogenannten Ludwig-Süd-Nord-Bahn gebaut. Zwei Überholbahnhöfe entstehen. Hier können beispielsweise langsamer fahrende Güterzüge warten, um einen Hochgeschwindigkeitszug vorbei zu lassen. Nach dem Ausbau wird es entlang des Streckenabschnitts keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben. Die vier bestehenden Schranken werden durch Brücken ersetzt. Insgesamt sind 28 neue Eisenbahn- und Straßenbrücken geplant. Es entstehen unter anderem zwei elektronische Stellwerke.
Die Anwohner werden umfassend vor Lärm geschützt - durch ein Schallschutzkonzept, das entsprechend der geltenden gesetzlichen Bestimmungen erarbeitet worden ist. Es entstehen Schallschutzwände und -wälle entlang der Trasse und Mittelwände zwischen den Gleisen mit einer Gesamtlänge von rund 21 Kilometern. Neben diesen aktiven Schallschutzmaßnahmen sind in besonders betroffenen Gebieten auch passive Maßnahmen geplant (z.B. der Einbau von Schallschutzfenstern).
Bei Ebing wird die dortige Mainschleife verlegt. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden. So bleibt der bisherige Flusslauf als Altarm erhalten und mit dem Main verbunden. Er bildet als Ruhewasserzone ein Rückzugsgebiet für Fische, Vögel und Pflanzen. Auch an anderen Stellen gibt es ausgleichende Umweltmaßnahmen.

 

Mainschleife Ebing
Mainschleife Ebing (Visualisierung DB AG)

Viergleisiger Ausbau Hallstadt-Ebensfeld in drei Bauabschnitten

Hallstadt–Zapfendorf

Für den rund 12,5 Kilometer langen Abschnitt läuft das Planfeststellungsverfahren.

 

Breitengüßbach–Zapfendorf

Der Ausbau beginnt im Jahr 2015 - zunächst zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf. Von Süden kommend laufen zwei Gleise parallel in eine Fahrtrichtung bis in diesen Abschnitt, die anderen beiden in die entgegengesetzte Richtung. Zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf werden die Ausbau- und die Bestandsstrecke getrennt, indem das in nördlicher Richtung verlaufende Gleis der Ausbaustrecke über die zwei in der Mitte verlaufenden Gleise der Bestandsstrecke geführt wird.
An einigen Stellen ergeben sich Engpässe, da hier der Main, die Bahnlinie, die Autobahn 73 und die Staatsstraße 2197 dicht nebeneinander liegen. Daher wird die Mainschleife Ebing verlegt. An zwei Stellen erhält die Staatsstraße 2197 einen neuen Verlauf. Im Bauabschnitt entstehen neu: der Haltepunkt und der Überholbahnhof* Breitengüßbach, die Haltepunkte Ebing und Zapfendorf und ein elektronisches Stellwerk.

 

Haltepunkt Breitengüßbach, Eisenbahnüberführung Kreisstraße BA 16
Haltepunkt Breitengüßbach, Eisenbahnüberführung Kreisstraße BA 16 (Visualisierung: DB AG 11/2013)

Unterleiterbach–Ebensfeld

Auf dem 9,5 Kilometer langen Bauabschnitt ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, die Bauplanungen sind weit fortgeschritten. Anfang 2014 wird mit den Arbeiten an den Gleisen begonnen. Sie starten in Unterleiterbach, wo ein Überholbahnhof und ein Elektronisches Stellwerk entstehen. Auch die Verlegung der Mainschleife Unterleiterbach wird in Angriff genommen. Der Haltepunkt Ebensfeld wird gebaut. Nördlich davon teilt sich die Strecke auf: die zweigleisige Neubaustrecke nach Erfurt (Strecke 5919) führt weiter zum Tunnel Eierberge in Richtung Norden, die Bestandsstrecke (Strecke 5100) zweigt ab und führt in nordöstlicher Richtung nach Hof.

 

* Überholbahnhof: dort kann ein langsamer Zug (z.B. Güterzug) abgestellt werden, um einen schnelleren Zug (z.B. ICE) vorbeifahren zu lassen.

Wie wird gebaut?

Die meiste Zeit finden die Bahnbauarbeiten bei laufendem Zugverkehr statt - „unter rollendem Rad“. Das ist an sich schon sehr anspruchsvoll. Hinzu kommt in diesem Bauabschnitt die komplizierte topographische Lage. Daher sind nur kleinere Etappen in dieser Bauweise auf der Strecke realisierbar.
Ein Warnsystem signalisiert den Arbeitern, wenn Züge vorbeifahren. Da in den Nachtstunden bedeutend weniger Verkehr auf der Strecke ist, können bestimmte nicht lärmintensive Arbeiten auch in diese Zeit verlagert werden. Außerdem wird es auf der Strecke zu Nachtsperrpausen kommen. Auch am Wochenende sind einzelne Sperrpausen möglich. Dann wird den Fahrgästen ein Schienenersatzverkehr angeboten.

Sperrung im Jahr 2016

Würden alle Arbeiten „unter rollendem Rad“ stattfinden, nähmen sie einen Zeitraum von acht Jahren in Anspruch. Daher wird es im Jahr 2016 zu einer Vollsperrung der Strecke für zirka acht Monate kommen. In dieser Zeit wird die alte, zweigleisige Strecke zurückgebaut und die neue viergleisige aufgebaut. Während dieser Zeit wird den Fahrgästen ein Schienenersatzverkehr angeboten. Durch die Totalsperrung werden auch Beeinträchtigungen im Autoverkehr zeitlich verkürzt. Nach der Sperrung finden die Arbeiten wieder bei Probebetrieb (Ausbaustrecke) und laufendem Verkehr (Bestandsstrecke) statt. Mehrere Überwerfungsbauwerke werden errichtet, mit denen ein Gleis über zwei andere geführt werden. Die Bauarbeiten in Breitengüßbach und Ebensfeld sollen im Jahr 2017 abgeschlossen sein.

Übersicht: Was wird gebaut?

  • Einbindung der Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt in die Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld
  • Eine viergleisige Eisenbahnstrecke (zwei Gleise für den Ausbau der Bestandsstrecke und zwei Gleise für die Hochgeschwindigkeitsstrecke)
  • 12 Straßen- , Wege- und Fußgängerbrücken über die Strecke
  • Rückbau von vier Bahnschranken
  • zwei Überholbahnhöfe
  • zwei Elektronische Stellwerke
  • Kabelkanäle für die technische Ausrüstung und der Einbau der Streckenentwässerung
  • 21 Kilometer Schallschutzwände und- wälle
  • 1 Schallschutzwall
  • Verlegung von zwei Mainschleifen
  • Neue Bahnsteige: in Ebensfeld zwei Außenbahnsteige, in Zapfendorf zwei Außenbahnsteige, in Ebing ein Mittelbahnsteig, in Breitengüßbach ein Mittelbahnsteig, nach 2017 ein Mittelbahnsteig in Hallstadt

Baustraßen und Baustelleneinrichtungsflächen

Das Material, das zum Streckenbau nötig ist, wird entweder über das Gleis oder mit LKW über Baustraßen transportiert,die größtenteils parallel zur Neubaustrecke verlaufen. Für Flächen der Baustelleneinrichtung und Zufahrten werden vorrangig bereits befestigte Straßen- und Wegeflächen, Flächen innerhalb der Gleisanlagen, vorhandene Lagerplätze und bewuchslose Flächen genutzt. Nach Fertigstellung der Trasse bleiben einige Baustraßen mit einer Breite von 3,50 Metern als „bahnparallele Wege“ erhalten. So ist jeder Punkt der Strecke im Bedarfsfall schnell zu erreichen.


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