Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg – Berlin

Planfeststellungsabschnitt 21 Altendorf – Hirschaid – Strullendorf

Der Bauabschnitt Altendorf–Hirschaid–Strullendorf ist Teil der Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld (VDE 8.1). Auf dem 10 Kilometer langen Planungsabschnitt wird die bestehende zweigleisige, elektrifizierte Strecke auf vier Gleise erweitert. Auf zwei Gleisen werden Geschwindigkeiten bis 230 km/h möglich sein. Die beiden anderen Gleise sind für 160 km/h ausgelegt und werden weiterhin für den Regional-, S-Bahn- und Güterverkehr genutzt.

Für alle diese Projekte werden Flächen benötigt. Der Flächenbedarf von Bahnstrecken liegt übrigens bei einem Drittel einer Autobahn. In den drei Gemeindebereichen werden an wenigen Stellen unvermeidbare Eingriffe in Privat- und Gewerbegrundstücke sowie der Abbruch von Wohngebäuden, Nebengebäuden, gewerblich genutzten Gebäude nötig sein. Der viergleisigen Ausbau der Bahnanlagen benötigt eine minimale Verbreiterung – in Eggolsheim, Altendorf, Hirschaid erfolgt der Anbau auf der Ostseite, in Strullendorf, infolge vorhandener Bebauung auf der Westseite.

(Video: DB AG)

Zahlen und Fakten

Länge: ca. 10 km
Geschwindigkeit auf Bestandsstrecke (Strecke 5900): bis 160 km/h
Geschwindigkeit auf Ausbaustrecke (Strecke 5919): ca. 10 km
Eisenbahnbrücken: 10
Straßen-, Wege-, Fußgängerbrücken: 8
Rückbau von Bahnübergängen: 3
Haltepunkt Buttenheim /Altendorf: 1 Mittelbahnsteig Neubau
Abzweig /Haltepunkt Strullendorf: Mittelbahnsteig Anpassung
Haltepunkt Hirschaid: 2 Außenbahnsteige und Mittelbahnsteig Neubau
Schallschutzwände und –wälle der Strecke: 4,3 km
Elektronisches Stellwerk (ESTW): 1
Kabelkanäle/technische Ausrüstung: gesamte Streckenlänge

Ingenieurbauwerke

Insgesamt werden 3 Eisenbahnbrücken (EÜ) neugebaut, sieben werden erneuert oder erweitert. Zwei Straßen- und Wegebrücken (SÜ) werden nachgerüstet, zwei Brücken entstehen neu, vier werden erneuert.

SÜ ST 2260 Neubau
SÜ Lindlesgraben Erneuerung
SÜ Griesweg Anpassung
SÜ Friesnitzgraben Erneuerung
SÜ St 2244 Erneuerung
SÜ Möstenbach Neubau
SÜ Nordring Strullendorf Anpassung
SÜ B505 Erneuerung
EÜ Deichselbach Erneuerung
EÜ Jurastraße Neubau
EÜ Lindlesgraben Erneuerung
EÜ Maximilianstraße Erweiterung
EÜ Fußwegunterführung HP Hirschaid Neubau
EÜ Friesnitzgraben Erneuerung
EÜ Auweg Erneuerung
EÜ Stockweg Neubau
EÜ Zeegenbach Erneuerung
EÜ Bahnhofstraße Strullendorf Erweiterung

 

Rückbau von Bahnübergängen

Rückbau von Bahnübergängen und Ersatzmaßnahmen
(3D-Simulation: DB AG)

Die Bahnübergänge in Altendorf werden durch die Neubauten der Straßenüberführung (SÜ) 2260 und der Eisenbahnüberführung (EÜ) Jurastraße (Fuß-und Radweg) ersetzt. Der Bahnübergang Stockweg in Strullendorf findet mit der Erneuerung der EÜ Auweg und EÜ Stockweg (Fuß- und Radweg) einen Ersatz. Nach dem Ausbau wird es entlang des Streckenabschnitts keine beschrankten Bahnübergänge mehr geben.

Bahnhöfe und Haltepunkte

Haltepunkt Buttenheim
(3D-Simulation: DB AG)

Am Haltepunkt Buttenheim in Altendorf entsteht als Ersatz zu den zwei Außenbahnsteigen ein Mittelbahnsteig neu.

Haltepunkt Hirschaid
(3D-Simulation: DB AG)

In Hirschaid wird ebenfalls ein Mittelbahnsteig neugebaut, der Außenbahnsteig in Richtung Bamberg wird erneuert, der in Richtung Nürnberg angepasst.

Haltepunkt Strullendorf
(3D-Simulation: DB AG)

Am Abzweig/ Haltepunkt Strullendorf werden die zwei bestehenden Außenbahnsteige durch ein Mittelbahnsteig ersetzt.

Oberbau

Im gesamten Streckenabschnitt wird die Oberbauform auf Betonschwellengleis im Schotterbett vorgesehen.

Technische Ausrüstung

Die Strecke wird mit modernster Technik ausgerüstet, unter anderem wird die Oberleitungsanlagen komplett erneuert. Die Trasse wird komplett auf elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) umgerüstet. Ein Stellwerksgebäude ist in Strullendorf vorgesehen.

Bauarbeiten

Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt beginnen die Baumaßnahmen Ende 2016.

Die Arbeiten sind sehr anspruchsvoll, da sie „unter rollendem Rad“, das heißt bei laufendem Zugverkehr erfolgen. Ein Warnsystem signalisiert den Arbeitern, wenn Züge vorbeifahren. Da in den Nachtstunden bedeutend weniger Verkehr auf der Strecke ist, können bestimmte nicht lärmintensive Arbeiten auch in diese Zeit verlagert werden. Zudem wird es auf der Strecke zu Sperrungen des Zugver- kehrs in der Nacht und am Wochenende kommen. Gelegentlich werden auch Totalsperrungen nicht zu vermeiden sein.

Dann wird den Fahrgästen ein Schienenersatzverkehr angeboten. Die Baustellen werden überwiegend über das bestehende Straßennetz angefahren. Es werden aber auch Baustraßen errichtet, die nach Beendigung der Arbeiten zurückgebaut werden. Auch entlang des entstehenden Bahnkörpers wird eine Baustraße zum Transport von Baumaterial genutzt.

Rettungskonzept

Parallel zur Bahntrasse entstehen Rettungswege und Zugänge, um im Ereignisfall Fahrgäste und Zugpersonal evakuieren zu können bzw. Rettungskräften an jeder Stelle der Strecke Zugang zu gewähren.

Schall- und Erschütterungsschutz

Schall- und Erschütterungsschutz
(3D-Simulation: DB AG)

Für den Schall- und Erschütterungsschutz wurde auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Bestimmungen ein Konzept erarbeitet.
Die Anwohner werden umfassend vor Lärm geschützt. Schallschutzwände und -wälle entstehen entlang der Trasse auf 9,8 Kilometern Länge, teilweise auch Mittelwände zwischen den Gleisen. Sie mindern den Bahnlärm in den Ortsbereichen.

Altendorf Schallschutzwände Ost/Mitte/West 2.566 m
Schallschutzwall 161 m
Hirschaid Schallschutzwände Ost/Mitte/West 4.555 m
Strullendorf Schallschutzwände Ost/Mitte 2.531 m

 

Neben diesen aktiven Schallschutzmaßnahmen sind bei zirka 1.900 Wohnungen, die besonders betroffenen sind, passive Maßnahmen vorgesehen (zum Beispiel der Einbau von Schallschutzfenstern oder Lüftern).

Maßnahmen zum Erschütterungsschutz sind in Bezug auf Gebäude im Planungsabschnitt ermittelt worden. Daraus leiten sich Schutzmaßnahmen durch die Anordnung von Schwellenbesohlungen ab. Es werden die Unterseiten der Schwellen mit einer elastischen Kunststoffschicht versehen, diese nehmen die Erschütterungen auf. Insgesamt werden zirka 3.220 Meter Streckengleis in Altendorf und Hirschaid so ausgerüstet.

Bahnbau und Umwelt

Bahnbau und Umwelt
(Foto: DB AG)

Durch den Bau einer Bahntrasse sind Eingriffe in Natur und Landschaft zwar unvermeidlich, sie können aber gemindert oder ausgeglichen werden. Wenn Verluste an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen nicht vor Ort zu kompensieren sind, werden sie an anderer Stelle gleichwertig ersetzt. In einem Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) werden alle Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen dokumentiert. Die Maßnahmen werden mit den Umweltbe- hörden abgestimmt. Vor dem Streckenausbau werden Maß- nahmen zum Artenschutz durchgeführt. Die Bahn bringt zur Minderung von Fremdflächenbedarf eigene Flächen und be- reits erworbene Grundstücke in das Ausgleichskonzept ein.

Im Planfeststellungsabschnitt 21 Altendorf – Hirschaid – Strullendorf liegt die größte geplante Maßnahme im zirka 18 Hektar großen Areal des stillgelegten Steinbruchs Ludwag in Scheßlitz. Durch Pflegemaßnahmen wie zum Beispiel durch die Entbuschung und Beweidung wird dort ein bedeutsamer Lebensraum künftig dauerhaft gesichert und optimiert. Der- zeit wird in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet, in dem die erforderlichen Maßnahmen konkretisiert werden. Die dauerhafte Sicherung der Kompensationsmaßnahmen wurde durch Erwerb sichergestellt.


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