Bauverfahren - Tunnelvortrieb
(Grafik: DB AG)
Die Tunnelröhren werden als zweischalige Gewölbekonstruktion mit einer Außenschale aus Spritzbeton und einer Innenschale aus Ortbeton gebaut. Die beiden Schalen sind durch eine Kunststofffolie von einander konstruktiv getrennt.

Gewölbekonstruktion (Foto: DB AG)
Tunnelquerschnitt Bibratunnel (Zeichnung: DB AG)
Die Ausbruchsfläche beträgt 86 Quadratmeter. Aufgefahren werden beide Tunnelröhren zeitgleich vom Ostportal in Richtung Westen und vom Westportal in Richtung Osten.
Der Ausbruch erfolgt bergmännisch in konventioneller Spritzbetonbauweise.
Spritzbetonbauweise (Foto: DB AG)
Das Auffahren des seicht liegenden Tunnels mit einer Überdeckung von lediglich 15 bis maximal 50 Metern erfordert eine schonende Vortriebsart. Der Tunnel wird nicht im kompletten Querschnitt ausgebrochen, sondern mit einem vorauseilenden Kalottenausbruch (obere Ebene) und einem nachfolgenden Strossen- und Sohleausbruch (untere Ebenen).

Der Vortrieb erfolgt je nach geotechnischen Konditionen durch Sprengungen oder mit Abbauwerkzeugen wie Abbauhammer oder Teilschnittfräse. Im Zuge des Hauptvortriebs werden schrittweise im hinterwärtigen Bereich die Querschläge nachgezogen.
Schema Ausbruch Querschlag Bohren/Sprengen (Grafik: DB AG)
Schema Ausbruch Querschlag Schuttern (Grafik: DB AG)
Die Querschläge, die Verbindungsstollen zwischen den Tunnelröhren, dienen im Betriebszustand als Rettungsstollen. Während des Baus werden sie als Logistikstollen für die Schutterung, das heißt für den Abtransport der Massen genutzt. Die Schutterung erfolgt von der Brust bis zum nächstgelegenen Querschlag mithilfe von Fahrladern, die 7,5 Kubikmeter Gestein fassen.
Fahrlader (Foto: DB AG)
Hier wird das Ausbruchmaterial von Pneuladern in einen Backenbrecher gekippt, von wo das gebrochene Material über Förderbänder bis zur Abwurfstelle außerhalb der Tunnelportale abgeworfen wird. Das so gewonnene Ausbruchmaterial wird für die Geländemodellierung im Bereich der beiden Portale verwendet.

Portalzone Bibratunnel (Foto: DB AG)
Die Ausbrucharbeiten laufen durchgängig 24 Stunden rund um die Uhr. Der Vortrieb erfolgt gleichzeitig von den vier Portalen der zwei Tunnelröhren. Die geplante tägliche durchschnittliche Leistung ist mit je 5,40 Meter pro Tunnelröhre veranschlagt.







