Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg–Berlin

15.07.2010
Durchschlag für Tunnel Baumleite in Thüringen

Am Donnerstag war nach 1.317 Metern und neun Monaten Vortrieb durch den Berg das sprichwörtliche Licht am Ende des neuen Tunnels Baumleite zu sehen. Der Tunnel stellt die Verbindung zwischen der Grümpentalbrücke und dem viergleisigen Streckenabschnitt bei Theuern her. Mit einem traditionellen Durchschlag wurde dieser Augenblick gefeiert. Dabei waren Tunnelpatin Sibylle Abel, Ministerialrat Hans-Jürgen Hummel, Referatsleiter Schienenverkehr / ÖPNV im Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr, Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Thüringen, und Michael Ahlgrimm, Leiter Großprojekte Nord der DB Netz AG. Der Tunnel wird von Norden her im bergmännischen Verfahren mit Spritzbetonsicherung aufgefahren. In einem zweiten Arbeitsschritt erhält er eine zweite, eine innere Röhre, in welcher dann die Züge fahren. Die Einzelinvestition beträgt fast 50 Millionen Euro.

Das Bauvorhaben umfasst umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen. So entstehen aus den 800.000 Kubikmetern Ausbruchsmassen Landschaftsmodellierungen auf dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Galgenberg, der aufgeforstet oder mit Waldmantel- und Staudenvegetation eine landschaftstypische Gestaltung erhält. Der Durchschlag erfolgte vorfristig, trotz teilweise anspruchsvoller Geologie. Im Landkreis Sonneberg ist damit der dritte von vier Tunneln durchgeschlagen (Tunnel Baumleite, Müß, Goldberg). Der Längste Tunnel des Projektes, der 8,3 Kilometer lange Tunnel Bleßberg ist bereits zur Hälfte mit der zweiten, der inneren Schale fertig gebaut, während von Norden bisher zwei von vier Kilometern Vortrieb geschafft sind.

Mit einer langen Kette aufeinander folgender großer Ingenieurbauwerke von 29 Brücken und 22 Tunneln werden die Höhenzüge der 107 Kilometer langen Neubaustrecke vom Oberfränkischen Ebensfeld über den Thüringer Wald bis nach Erfurt überwunden. Die Neubaustrecke gehört zur 500 Kilometer langen  Verbindung zwischen Nürnberg und Berlin, dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Nach Abschluss aller Maßnahmen wird sich die Reisezeit zwischen München und Berlin von heute sechs Stunden auf etwa vier Stunden verringern. Die Kunden im Personen- sowie im Güterverkehr erhalten eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug.

Gegenwärtig konzentriert sich der Bau zwischen Nürnberg und Berlin auf die über 230 Kilometer langen Neubaustrecken Ebensfeld–Erfurt sowie Erfurt–Leipzig/Halle. Alle Bauzeit bestimmenden Ingenieurbauwerke, die Tunnel und Talbrücken, befinden sich in der Realisierung.


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