Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8

 Bahnmagistrale Nürnberg–Berlin

11.03.2017
Schulung für den Notfall im Neubau-Tunnel Reitersberg

Im Tunnel Reitersberg im Landkreis Coburg, nahe der Landesgrenze von Bayern und Thüringen, werden am Wochenende vor Ort die zuständigen Rettungskräfte unter praxisnahen Bedingungen geschult. Alle Elemente der Situation eines Notfalls – einschließlich des Zuges – sind vorhanden. Diese Übung ist die erste von zehn derartigen Veranstaltungen entlang der 107 Kilometer langen Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt bis zur kommerziellen Inbetriebnahme des Projektes Nürnberg-Berlin (VDE8) im Dezember dieses Jahres. Die Übungen sind Höhepunkt der vor vielen Monaten begonnenen Zusammenarbeit der DB AG mit den zuständigen Notfallstellen der Länder, Landkreise und Komreimunen für das Sicherheitsmanagement, wenn die Strecke in Betrieb geht. Bereits während der etwa 10jährigen Bauphase hatte ein spezielles Notfallkonzept funktioniert.

Am Freitag und Sonnabend werden Stationsübungen der Feuerwehr-Tunnelbasiseinheiten (TBE) durchgeführt. Geübt wird mit 12 Basiseinheiten, vier davon am Freitag und acht am Sonnabend. Etwa 300 Rettungskräfte trainieren den Umgang u. a. mit diesen Rettungseinrichtungen: Löschwasserbehälter sowie Saug- und Lüftungsleitungen, Löschwasserschieber, Oberleitungsspannungs-prüfeinrichtung (OLSP), verschiedene Bedientableaus. Geübt wird das Retten von Verletzten aus einem ICE, der Patiententransport, die Fremd- und Selbstrettung im Tunnel und praktische Tests mit Rollpaletten, der Löschangriff am Zug (tocken), der Umgang mit den Melde- und Alarmierungswegen. Übungsziel ist es, den Rettungseinsatz an den Anlagen vor Ort zu trainieren und die Anlagen kennenzulernen. Die Tunnelbasiseinheiten sollen sicher mit geübten Abläufen handeln können. Eine Tunnelbasiseinheit besteht maximal aus 27 Einsatzkräften mit vier bis fünf Einsatzfahrzeugen. Die Herkunft der Basiseinheiten orientiert sich an der Lage des Bauwerkes. Für den Tunnel Reitersberg kommen die Notfallkräfte länderübergreifend aus den Landreisen Coburg und Sonneberg.

Bauliche und ausrüstungstechnische Vorsorge für Notfälle

Die Tunnelbauten dieser Strecke verkörpern das modernste Bau- und Sicherheitskonzept für Tunnel In der baulichen Ausstattung:

  • Eine Röhre mit zwei Gleisen, Notausgänge  alle 1000 m entweder über Rettungsstollen oder Fluchttreppenhäuser (Schächte)
  • Schleusen mit min. 12 m Länge an den Notausgängen mit druckdichter Pendeltür mit Panikverschluss
  • je Röhre seitlicher Rettungsweg min. 1,20 m
  • Rettungszufahrt über jedes Portal
  • Rettungsplatzgröße je Portal von 1.500 m²
  • Befahrbarkeit Feste Fahrbahn durch Feuerwehrfahrzeuge
In der ausrüstungsstechnischen Ausstattung, u. a.
  • Löschwasserversorgung, Trockenleitung, Löschwasserbehälter
  • Transporthilfen (Rollpaletten) an Portalen/Querschlägen
  • Elektranten alle 125 m
  • Notruffernsprecher je Portal
  • Handlauf
  • Notbeleuchtung mit Schaltern alle 62,5 m
  • Fluchtwegkennzeichnung alle 50 m
  • digitaler BOS-Funk (mehrere Redundanzen)
Den Feuerwehren zur Verfügung gestellte Ausrüstung. u. a.
  • Einsatzfahrzeuge
  • Atemschutzgeräte

Weitere Informationen zum Tunnel Reitersberg unter:
http://www.vde8.de/de/vde-81-neubau/tunnel-reitersberg
http://www.vde8.de/tunnel-reitersberg-baudoku


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